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Abstract Die Frage einer ambulanten oder stationären Therapie der BN richtet sich nach der Schwere der Psychopathologie, der Komorbidität und des psychosozialen Arrangements, worin auch die Familiendynamik und der Grad der krankheitsbedingten Isolation innerhalb des sozialen Umfelds miteinbezogen sind. Als differentialdiagnostisch wertvoll erwiesen hat sich die Unterteilung in bulimische Patientinnen mit einer psychoneurotischen Störung auf neurotischem Entwicklungsniveau gegenüber den Patientinnen mit Ich-struktureller Störung, die häufig eine umfassendere Störung der Impulskontrolle aufweisen (z. B. Suchtproblematik, automutilative Tendenzen). Insbesondere bei letzteren Patientinnen erscheint eine stationäre Psychotherapie sinnvoll. Ein wesentlicher Bestandteil jeglicher Psychotherapie von Patientinnen mit BN ist die Struktuerierung ihres Lebens im Allgemeinen und ihres Essverhaltens im Besonderen, wozu u.a. auch die Festlegung eines Basisgewichts gehört, welches individuell zu bestimmen ist, jedoch ein suboptimales wahrscheinlich unter dem konstitutionellen Körpergewicht der Patientin liegendes Gewicht verhindern soll, um den bulimischen Circulus vitiosus von latenten Hungerzuständen und Kontrollverlusten aufzuheben. Ein von der Patientin geführtes “Bulimieprotokoll” gibt Aufschluss über die Art der bisherigen Essgewohnheit, über den Ablauf, die Frequenz und die situativen Besonderheiten von Essanfällen und bietet in der Therapie die Möglichkeit der Analyse von Auslösesituationen und deren zukünftiger Verhinderung. Neben verhaltenstherapeutisch-kognitiven Therapieelementen, die vornehmlich die Bearbeitung dysfunktionaler und irrationaler Überzeugungen bezüglich Figur und Gewicht zum Ziel haben, haben sich auch psychodynamische Therapieverfahren in der Bearbeitung des neurotischen Konflikts, der Patientinnen mit BN fast pathognomonischen Selbstwert-Problematik wie auch der Persönlichkeitsstörung als letztendlich die bulimische Essstörung unterhaltende Pathomechanismen bewährt. Neben der Konfrontation mit ihren inneren Widersprüchen und Verleugnungen, muss der Versuch unternommen werden, intrapsychische und interpersonelle Konfliktkonstellationen, die nicht selten ein enormes aggressives Konfliktpotential in sich bergen und ein bulimisches Essverhalten nach sich ziehen, aufzudecken und die meist diffus wahrgenommenen Gefühle und seelischen Spannungszustände in bewusstseinsnähere differenziertere Empfindungen zu transformieren. Langfristiges therapeutisches Ziel ist bei diesen Patientinnen die Verbindung dissoziierter Ich-Anteile zu einer stabilen Ich-Identität und die Aufhebung der Schwarz-Weiß-Zeichnung ihrer Objektbeziehungen. Zur Illustration des Konzepts werden im Workshop Videobeispiele eingesetzt.
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